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DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP)

Herr Antoniadis, der erste „Corona-Fall“ in Eupen hat sich am Dienstag bestätigt

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Wie wird nun herausgefunden, ob die erkrankte Person bereits weitere Menschen angesteckt hat? Es wurde bereits ein sogenannter Tracking-Prozess eingeleitet. Dabei wird geschaut, mit welchen Personen der Infizierte zuletzt in Kontakt
stand, wie seine familiäre Situation aussieht etc. Diese Personen werden und wurden identifiziert. Allerdings müssen
diese nach den aktuell geltenden wissenschaftlichen Empfehlungen nicht in Quarantäne, es ist lediglich Vorsicht
geboten. Sobald aber erste Symptome auftreten würden, müssen sie Kontakt mit einem Arzt aufnehmen, um
zu überprüfen, ob eine Ansteckung vorliegt oder nicht.

Hat die erste Bestätigung einer Coronavirus-Infektion eine Auswirkung auf das öffentliche Leben in der DG?

Im Moment nicht. In Belgien gibt es mittlerweile mehrere bestätigte Fälle, aber wir befinden uns laut Föderalstaat erst
in der sogenannten Phase zwei. Erst ab dem Einläuten Antonios Antoniadis, DG-Gesundheitsminister von Phase drei könnten neue Maßnahmen ergriffen werden, die beispielsweise auf das Einstellen von Flugverbindungen oder auf den Umgang mit öffentlichen Veranstaltungen abzielen. Das mag vielleicht für manchen etwas schwer zu verstehen sein, aber diese Einschätzungen beruhen stets auf einer wissenschaftlichen Grundlage und nicht auf einer persönlichen Intuition persönlicher
Art.

Es ist also nach aktuellem Informationsstand auch nicht notwendig, Schulen in Ostbelgien zu schließen?

Nein, dieser Schritt ist noch nicht nötig. Im Konzertierungsausschuss werden wir uns aber auch am Mittwoch
mit dem Umgang der Einrichtungen im Unterrichtswesen vor diesem Hintergrund befassen.
Wir haben bereits festgehalten, dass wenn eine solche Entscheidung getroffen wird, sie auch für ganz Belgien
gelten soll.

Wie würde sich die Situation darstellen, wenn eine „Corona-Erkrankung“ bei einem
Schüler festgestellt würde?

Sollte dieser skizzierte Fall eintreten, dann wird Kaleido eingeschaltet und es wird geschaut, wie der Kontakt stattgefunden hat und ob bei Klassenkameraden ebenfalls Symptome auftreten. Sollte Letzteres nicht der Fall sein, ist nach aktuellem Stand der Prozedur auch keine Quarantäne vorgeschrieben.


36 Stunden hat es gedauert, bis das Ergebnis für die vom Eupener Krankenhaus verschickte Laborprobe des
Verdachtsfalles endlich vorlag. Ist ein solches Zeitfenster vertretbar?

In Belgien ist bislang nur das Labor in Löwen für solche Proben ausgewiesen worden. Ich habe aber schon am Sonntag
der föderalen Gesundheitsministerin, Frau De Block, gesagt, dass es wichtig wäre, die Anzahl der Labore zu erweitern.
Sie hat gestern im Konzertierungsausschuss erklärt, dass insgesamt 19 zusätzliche Labore kommen sollen, damit
der Umfang der Untersuchungen aufgeteilt werden kann.
Ich persönlich denke, dass eine solche Untersuchung schneller durchgeführt werden müsste als in 36 Stunden.
Theoretisch ist es möglich, schon nach vier bis fünf Stunden ein Ergebnis zu haben. Allerdings funktionieren die Untersuchungen anders als sich manch einer das vielleicht vorstellt. Es wird nicht jede Probe einzeln untersucht, sondern man arbeitet mit einer Schablone, bei der mehrere Proben von mehreren Personen eingebettet sind.